Big City Vibes

In eines der vielen Kaffeehäusern von Buenos Aires sitzend, entspannte Funk-Klassiker hörend, blicke ich auf unseren Aufenthalt in Argentinien zurück (und fühle mich sophisticated, da ich Earl Grey Tea bestellt habe (welcher gar nicht mal so gut schmeckt.))

Es begann alles am Freitag vor zweieinhalb Wochen. Für mich jedenfalls, da ich per Bus reiste und zwei Tage vor Dominik losging. Vierundvierzig Stunden später war es dann so weit und ich stieg in Buenos Aires aus. Fun Fact: Buenos Aires hat mehr Einwohner als ganz Bolivien. Ich stand also vor dem Busbahnhof dieser Millionenstadt mit absolut null Ahnung, wie ich zum einen günstigen Hostel komme. Nach einer Weile herumfragen stand ich endlich an einer Bushaltestelle und lernte einen Senegalesen kennen. Im Nachhinein stellte ich fest ich hatte doch nicht den richtigen Bus genommen, aber letztendlich fand ich meinen Weg in das Hostel. Eine Stunde später traf auch Dominik, der den Luftweg bevorzugt hatte, an. Da wir beide mit Kameras ausgerüstet waren, lasse ich einfach mal unsere Fotos unseren Aufenthalt in Buenos Aires beschreiben.

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Das Wochenende besuchten wir Libertador San Martín oder auch „La Villa“ genannt, eine kleine Stadt mit ca. 10 000 Einwohnern (wovon 80% Adventisten sind). Dort besuchten wir die Uni unserer argentinischen Mitfreiwilligen. Eins der zwei Highlights dieses Wochenendes war meiner Meinung nach der Spaziergang am Sabbatabend gemeinsam mit unseren neuen Freunden zu einer verlassenen Brücke.

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Dieses Event führte zu DEM Highlight am nächsten Tag, da wir eingeladen wurden um endlich eins der sagenhaften argentinischen Steaks zu essen. Need I say more?! Es war eine Geschmacksexplosion.

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Und somit war unsere Zeit in La Villa auch wieder vorbei. Am Montag trennten sich Dominiks und meine Wege. Er flog zurück nach Hause und ich blieb, aufgrund von meinen zu vielen Urlaubstagen, in Buenos Aires um weitere zwei Tage diese Stadt zu erleben…ich weiß gar nicht wohin mit der ganzen Zeit…ich sitze locker schon seit drei Stunden im Starbucks.

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The Story of God

Schon wieder ist fast ein Monat vergangen, und unsere letzten drei Monate haben angefangen..

Im letzten Monat nahmen wir uns zum ersten Mal Urlaub, um Bolivien besser kennen zulernen und endlich die ganzen Touri-Orte abzuklappern. Es ging los in Sucre, eine Stadt geprägt von ihrer kolonialen Geschichte, welche in der Architektur unschwer zu erkennen ist.
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Der nächste Halt war in Potosí, die mit ca.4100m über dem Meeresspiegel die höchstgelegenste Stadt der Welt ist. Viel haben wir nicht gesehen, aber…wer kann schon erzählen in der höchsten Stadt der Welt gewesen zu sein?
Es ging weiter in die Salzwüste, wo wir das Wochenende verbrachten.

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Kennt ihr das, wenn man zu salzige Pommes isst und die Lippen verschrumpeln? Das hat man in der Salzwüste die ganze Zeit ohne Pommes zu essen…

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Wir reisten weiter nach La Paz, wo sich, schweren Herzens und mit dem tröstenden Gedanken an das baldige Wiedersehen, Dominiks und meine Wege trennten. Er fuhr mit seinen Eltern in eine kleine Nachbarstadt und ich blieb, um am folgenden Tag eins meiner abgefahrensten Tage zu erleben. Jona und ich fuhren die berüchtigte Todesstraße runter welche bei 4700m anfing und bei 1100m aufhörte.

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Wir rasten durch drei Klimazonen, teilweise auf ziemlich schmalen Wegen, während uns bei jedem Stopp die tragischen Geschichten erzählt wurden, von denen, die es nicht lebend raus geschafft haben…

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Jona und ich fuhren weiter an den Titicacasee und entspannten die nächsten drei Tage in Copacabana.

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Jetzt zum Titel, dieses Beitrags. Vielleicht kennen einige die Serie „The Story of God“ von Morgan Freeman, in der er an die großen heiligen Städte unserer Erde reist um verschiedene Kulturen und Religionen zu erkunden und um herauszufinden was die vielfältigen Ansichten sind zu Themen wie Leben nach dem Tod oder die Schöpfung und anderen Fragen, die wir uns immer wiederholt stellen. Jedenfalls! So geschah es, dass, auf der Suche nach Antworten zu all diesen Fragen, Morgan Freeman letzte Woche Samstag Samaipata besuchte!! Die Sache ist nur, wir hörten erst zwei Tage später davon…es war eine große Enttäuschung..all die Fragen die ich ihm noch stellen muss!
Naja, was soll man machen. Wahrscheinlich käme bei der Aufregung sowieso kein vollständiger Satz heraus.

Was bisher geschah…

​Zuallererst einmal Verzeihung an alle die sich unseren Blog hin und wieder anschauen für diese unerwartet lange Pause. Ehrlichgesagt fühlt es sich an als hätte ich erst vor zwei Wochen…gut sagen wir vor einem Monat den letzten Beitrag rausgeschickt. Ich weiß auch nicht wie das passieren konnte, aber es sind tatsächlich sechs Monate vergangen. Ich denke über alles Geschehene in einem Beitrag zu berichten wird schwierig, aber ich mache es jetzt einfach so: Was hat sich in den letzten Monaten verändert…und was nicht?

Was sich alles veränderte

Fangen wir an mit unseren Aufgaben als Freiwillige in El Sauce. Nachdem wir uns an das tägliche ackern auf unseren Feldern gewöhnt hatten verließen uns unerwartet die Hauseltern des Jungenhauses, was natürlich zur Folge hatte, dass die zwei deutschen Freiwilligen das Jungs Haus schmeißen sollten. Wir verbrachten zwei in jeder Hinsicht unvergessliche Monate gemeinsam. Ich möchte nicht behaupten, dass wir beide weder pädagogisch noch erzieherisch die Beste Wahl waren um ein Haushalt voller chaotischen, schwererziehbaren Jungs zu leiten (man darf nicht vergessen wir sind selbst erst frisch von zu Hause raus), und dennoch waren wir die einzige Wahl, die El Sauce hatte. Und trotz wenigen…bzw. keinen Spanischkenntnissen haben wir (unserer Meinung nach) im Grunde genommen ganz akzeptable Arbeit geleistet. „Ich meine sie leben ja noch“, erinnert Dominik sich immer an unsere Zeit mit den Jungs. 

Danach ging es wieder zurück auf die Felder, wo unendlich Arbeit auf uns wartete, da unser Team mit der Zeit von zehn auf fünf geschrumpft ist..

Parallel sind wir jetzt auch die Sportlehrer an unserer Grundschule und haben einmal die Woche Unterricht.

In unserer Freiwilligen WG sind wir mittlerweile zu viert: Dominik und ich, Fernando, welcher inzwischen Präsident von El Sauce ist (ist ja nicht so, als hätten wir anfangs noch zusammen Kompost geschaufelt) und Ayelen, eine Psychologin aus Argentinien. 

Dass wir jetzt fließendes Wasser in unserer Küche haben ist, denke ich, auch ein nennenswerter Fortschritt…

Eine drastische Veränderung für uns war der Preisanstieg von einem Boliviano für ein sieben Bolivianos teures Käse-empanada (0,95€) in unserem Stammcafé. Zum Glück sind wir mittlerweile Stammkunden bei einer alten Empanadaverkäuferin an einer Straßenecke und bekommen sieben Empanadas für 10 Bolivianos (1,37€).

Was sich nicht veränderte
Einige können sich vielleicht erinnern, dass wir einst dachten wir hätten bald warme Duschen…es ist immer noch nur ein Traum wie vor acht Monaten.
Auch hat sich an der Tatsache, dass wir keinen Kühlschrank haben nichts geändert. Zwar hat er zwischendurch, nach einer teuren Reparatur, kurzfristig funktioniert bis er nach einer Woche wieder den Geist aufgab.

Nach 8 Monaten harter Arbeit auf dem Acker hatten Dominik und ich uns eigentlich erhofft ein körperliches Wachstum zu sehen, aber auch bei dem Punkt blieb alles beim Alten…

Vom Zwischenseminar und von dies und das

Im Februar fand übrigens auch unser Zwischenseminar statt. Jedoch nicht in Machu Picchu, wie ursprünglich geplant, sondern in Cochabamba. Bei einem unserer zwei Ausflüge ging es auf die Cancha, ein unglaublich riesiger Markt mit einem penetranten Mief nach gammligem Fleisch, wo ich ein ziemlich cooles Lama-Pullover fand (Danke Ingrid!). Mein persönliches Highlight vom Seminar! Ich meine wer braucht schon Zanzibar oder Cancún bei so einer Auswahl von Lama-Pullovern?!

Naja, und so verflogen die letzten sechs Monate. Zwar ohne Sandstrand und türkisenem Meer, und trotzdem mit unzähligen, unvergesslichen Momenten. Vielleicht kommt man ja ein anders Mal nach Cancún oder auf die Trauminsel Afrikas…was sein soll wird sein, nicht wahr?

Ein weiteres „erholsames“ Wochenende 

​Wie gerne ich jetzt über einen langweiligen Sonntag berichten würde…leider kam alles etwas anders als geplant…
Es ist 11 Uhr und wir haben gerade angefangen für die kleinen Jungs das Mittagessen zu kochen, als einer ganz aufgeregt „fuego!! fuego!!!“, schreit und auf den Berg zeigt, auf dem sich unsere Häuser befinden. 

Sofort waren alle Kinder schon auf dem Weg nach oben, um das Feuer am Gipfel zu löschen. Fernando und ich rannten gleich hinterher…oben angekommen wurden wir herzlichst vom Feuer empfangen. Es kam immer schneller auf uns zu und wir konnten nur noch einen der Jungs packen um gleich wieder einen Weg nach unten zu finden. Für die restlichen sieben Jungs war es tragischerweise schon zu spät….nein nahürlich nicht..sie nahmen einen anderen Weg zurück zum Haus. Da wir einsehen mussten dass wir alleine das Feuer nicht kontrollieren können, fingen wir an wenigstens die Häuser zu schützen indem wir alle Pflanzen und Gräser um die Häuser rum weghackten. Das Feuer kam bedrohlich schnell den Berg herunter und uns wurde klar, dass keine Zeit mehr da ist um alles brennbare wegzuhacken.

 Die Polizei war zwischendurch mal da und fragte „besorgt“ wer das Feuer entzündet hätte. Uns Hilfe zu leisten und weitere Hilfskräfte zu sammeln war jedoch ihr letzter Gedanke. Stück für Stück kamen immer mehr Leute aus dem Dorf (gefühlt alle Hippies aus Samaipata) um gegen das Feuer zu kämpfen.

 Es ging bis zum Sonnenuntergang…Wassereimer schleppen…Feuer löschen…schwitzen…husten. Nach Sonnenuntergang waren wir wieder auf uns gestellt. Der Kampf gegen das Feuer endete nach über zehn Stunden um 22 Uhr. Mit großem Bedauern wurden wir am nächsten Morgen auf ein weiteres Feuer in unserer Nähe aufmerksam gemacht, welches ebenfalls von uns unter Kontrolle gebracht werden musste. 

Dies unästhetische Bild drückt wunderbar unsere Gefühle in diesem Moment aus und versucht nicht die Situation zu verschönern. 

Urlaub in bolivianischen Ämtern

Es ist der siebte Tag hier in Santa Cruz. Wir mussten feststellen, dass wir für jeden Tag ohne Visum 25 Bs zahlen und sich die Summe, nach unserem mittlerweile knapp drei wöchigen illegalen Aufenthalt in Bolivien, in unangenehme Höhen steigt. Also sind wir schnellstmöglich in die Stadt gefahren, in der Hoffnung in einem – oder höchstens zwei Tagen – mit dem langwierigen, kostenintensiven nervtötenden, impraktikablen, aussichtslosen Prozess der Visumsbeantragung abzuschließen. Es war in der Tat eine sehr volle Woche. Voller Aktivitäten wie: eine Pedalwagenfahrt, Volleyball- und Fußballturniere, ein Einkaufszentrenbesuch und ein Quad-rennen…um einige als Beispiel zu nennen..was wir jedoch nicht hingekriegt haben ist unser Visum zu bekommen..wir kommen immer so nah ans Ziel..bis uns gesagt wird, es fehle doch noch ein Dokument. Mittlerweile fühlen wir uns schon wie zu Hause, wenn wir wieder Stunden auf irgendein Dokument warten müssen..

Sonntagsspaziergang

Bei jeder Wanderung stelle ich mir immer die selbe Frage: „Wieso habe ich mich schon wieder zu sowas überreden lassen?!“ Zu viert (ich glaube ich muss nicht mehr erwähnen wer) machten wir uns auf den Weg, um einen der vielen Berge um uns herum zu ersteigen. Nach sämtlichen Stacheldrahtzäunen und Dornenbüschen (wir waren zu faul um den eigentlichen Weg zu suchen) kamen wir tatsächlich oben auf dem Berg an. Und wie jedes Mal musste ich zugeben: „Diese Aussicht war es wert!“ 

Schmerzhafter FeieraBEEnd!

Begeistert waren wir, als wir Bilder machen sollten, wie unser Chef Waben aus unseren Bienenstöcken holt..wir wussten bis heute nicht, dass wir überhaupt welche haben..jedenfalls haben wir tatsächlich einige gute Fotos geschossen, auch wenn der Preis dafür ziemlich hoch war…und schmerzhaft…

Fernando: 1 Stich

Caleb:         3 Stiche

Dominik:   5 Stiche

 

Im Endeffekt hat sich die Aktion doch gelohnt, da wir früher in den Feierabend durften. Der Abend endete mit einer Geschmacksexplosion, aufgrund unserer improvisierten Art von Pfannkuchen, da wir keine Eier hatten.

Tischgespräche

D: Und..wie schmeckt der Reis?

C: Joa, was kann man bei Reis schon                falsch machen?

D: Die Frage ist..was kann man bei Reis schon richtig machen?

Wieso hier heute kein Bild zu sehen ist?

„Nee, dafür ist mir mein Handyspeicher zu schade!“            -Dominik 

Es gab übrigens Reis mit Kichererbsen zum Mittagessen.